Positionen für junge Beschäftigte

Niemand kennt die Interessen und Bedürfnisse der jungen Beschäftigten besser als ihr selbst. Deshalb brauchen wir engagierte junge Mitglieder, die bereit sind, loszugehen. Die sich stark machen wollen – gegenüber den Arbeitgebern genauso wie innerhalb von ver.di.

Denn die Forderungen von jungen Beschäftigten müssen in die internen Gremien von ver.di getragen werden, in die Tarif- und Verhandlungskommissionen und damit direkt in die Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern.

Im Folgenden haben wir die Positionen mit Fokus auf junge Beschäftigte kurz zusammengefasst, unsere Positionen für Auszubildende findet ihr hier.

Trotz dieser Aufteilung vertreten wir unsere Positionen grundsätzlich immer für alle Beschäftigten- und Altersgruppen.

Keine Ergebnisse zu Lasten der jungen Beschäftigten

In der Vergangenheit haben wir es immer wieder erlebt, dass während der Tarifverhandlungen die Forderungen der Auszubildenden und jungen Beschäftigten zurückgestellt wurden – und zwar zugunsten der Forderungen für die „Alten“.

Die ver.di Jugend spricht sich vehement gegen solche Kompensationsgeschäfte aus.

Selbstbestimmter Umgang mit Arbeitszeit

Nicht der Mensch sollte sein Leben den Bedingungen der Erwerbsarbeit anpassen müssen, sondern die Arbeit muss sich an den jeweiligen Lebensphasen orientieren.

Daher brauchen wir flexible Mittel der Arbeitszeitgestaltung: Arbeit in Teilzeit, Freistellung von Arbeit für einen gewissen Zeitraum, Regelungen zum Übergang von Erwerbsarbeit in den Ruhestand etc. Das bisher am häufigsten eingesetzte Mittel dieser Biografie-orientierten Tarifarbeit ist das Zeitwertkonto.

Diese Instrumente müssen in lebenslaufbezogenen Tarifverträgen festgeschrieben werden, damit ein nachhaltiger Umgang mit Arbeitszeit und ein gesunder Eintritt in den Ruhestand ermöglicht wird und kontinuierlich Freiräume geschaffen werden.

Nur mit diesen Instrumenten können wir dem demographischen Wandel begegnen, den Wissens- und Erfahrungsverlust durch das Ausscheiden älterer Beschäftigter abschwächen eine Übernahme der Auszubildenden und eine gute Einarbeitung jüngerer Beschäftigter garantieren.

Allerdings wollen wir diese Instrumente nicht um jeden Preis: Sie dürfen kein Mittel des Arbeitsplatzabbaus sein. Ihre Anwendung muss in allen Phasen des Arbeitslebens geklärt und auch von den Arbeitgebern gefördert werden. Sie dürfen nicht zu Lasten von einzelnen Beschäftigtengruppen verwendet werden.

Die Sicherung gegen Inflation und die Insolvenz muss gewährleistet sein. Die Freiwilligkeit und die Verfügbarkeit von freier Zeit darf nicht beeinträchtigt werden. Die Freistellung zum Beispiel für Weiterbildung darf gegenüber der rentennahen Freistellung nicht schlechter gestellt sein. Erworbene Ansprüche müssen bei einem Wechsel des Arbeitgebers erhalten bleiben.

Nicht zuletzt dürfen wir unser langfristiges Ziel einer generellen Verkürzung der Arbeitszeit nicht aus dem Blick verlieren! Daher muss die Diskussion um Biografie-orientierte Tarifarbeit im Zusammenhang mit einer arbeitszeitpolitischen Debatte geführt werden.

Arbeit darf nicht krank machen

Durch Personalabbau und Umstrukturierungen der vergangenen Jahre muss die gleiche Arbeit von immer weniger Beschäftigten geschultert werden. Dadurch ist der Druck enorm gestiegen und immer mehr Beschäftigte haben gesundheitliche Probleme.

Zwar haben technischer Fortschritt und höhere Sicherheitsstandards dazu geführt, dass der Anteil an körperlichen Belastungen in vielen Berufen verringert wurde. Doch die Anforderungen und Beanspruchungen im Dienstleistungssektor sind die gleichen geblieben.

Es entstehen neue Krankheitsfelder, welche neue Arbeitsschutzmaßnahmen erfordern. Auch für junge Beschäftigte und Auszubildende steigen die Anforderungen und es sinkt das Leistungsvermögen.

Daher setzt sich die ver.di Jugend für einen weiterführenden Gesundheits- und Belastungsschutz in Tarifverträgen ein.

Dabei sollte unter anderem berücksichtigt werden, dass sowohl Lage und Dauer der Arbeitszeiten, die Regenerationsphasen als auch das Alter der Beschäftigten eine enorm wichtige Rolle spielen. Zudem sind die gesetzlichen Mindeststandards regelmäßig nicht ausreichend.

Freistellung für gewerkschaftliche Arbeit

Alle Beschäftigten müssen die Möglichkeit haben, sich an gewerkschaftlichen Meinungs- und Willensbildungsprozessen zu beteiligen.

Deshalb fordert die ver.di Jugend tarifvertragliche Freistellungsmöglichkeiten unter Fortzahlung der Vergütung für gewerkschaftliche Arbeit.

Diskussion innerhalb der ver.di Jugend

Natürlich werden die Tarifforderungen auch innerhalb der ver.di Jugend geführt - in den zuständigen Jugendgremien des jeweiligen Fachbereichs auf der jeweiligen Ebene.

Auf Bundesebene ist das der entsprechende Bundesfachbereichsjugendfachkreis, auf Länderebene der betreffende Landesfachbereichsjugendfachkreis. Sie werden von den Vertreter_innen einer Branche in den Bezirken beziehungsweise in den Landesbezirken gebildet.

Die ver.di Jugend hat tarifpolitische Eckpunkte erarbeitet, die den Tarifkommissionen eine Orientierung für die Aufstellung von jugendgerechten Forderungen an die Arbeitgeber geben. Und sie sollen euch dabei unterstützen, wenn ihr eigene Forderungen formuliert.

Die Eckpunkte werden regelmäßig innerhalb der ver.di Jugend diskutiert und weiterentwickelt.