5 Gründe für eine heiße Tarifrunde

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Der Startschuss für die Tarifrunde 2015 ist gefallen: Jetzt seid ihr gefragt! Die ver.di-Mitglieder müssen nun über ihre Forderungen beraten. Also lasst uns diskutieren. Es gibt schließlich genügend Gründe für ein Ende der Bescheidenheit!

1. Schluss mit Unter-dem-Durchschnitt!
Seit 15 Jahren entwickeln sich die Einkommen im öffentlichen Dienst der Länder verhältnismäßig bescheiden. Wir arbeiten dagegen immer produktiver und die Brötchen sind seitdem auch nicht billiger geworden.

In Zahlen ausgedrückt sieht das so aus: Unsere Einkommen stiegen um 34,6 Prozent. Der sogenannte verteilungsneutrale Spielraum für Einkommenserhöhungen liegt aber bei 40,9 Prozent.

2. Es ist verdammt noch mal genug Geld da!
Rund 15 Prozent mehr Steuern erwarten die Bundesländer von 2012 bis 2016. Allein 2014 sollen es 3,3 Prozent mehr werden.

2015 rechnet die Steuerschätzung sogar mit 4,1 Prozent mehr Kohle in den Landeskassen. Es gibt also keinen Grund zu heulen, wenn wir auch ein bisschen mehr wollen!

3. Teilen statt spalten!
Die soziale Schere geht immer weiter auseinander. Zwischen 2000 und 2011 sind die Realeinkommen in Deutschland gesunken. G-e-s-u-n-k-e-n! Geht's noch?!

Seit 2011 steigen sie ganz leicht wieder, aber die Unternehmensgewinne sind im gleichen Zeitraum regelrecht explodiert und zwar um mehr als 40 Prozent!

Unser Fazit: Wenn's der Wirtschaft gut geht, muss es den Menschen auch gut gehen. Alles andere ist ökonomischer Unsinn.

4. Fokus auf den Export ist wie Crystal Meth!
Die deutsche Wirtschaft ist vom Export abhängig wie ein Crystal-Junkie von Methamphetamin. Doch die Wirtschaftsflaute im Süden Europas und jetzt auch noch in einigen Schwellenländern zeigt: Das Zeug macht nicht nur süchtig, es macht auch kaputt!

Dagegen hilft nur die überfällige Stärkung des Binnenmarktes. Und dafür brauchen wir mehr Geld in den Taschen der Verbraucherinnen und Verbraucher.

5. Wir sind es wert!
Mal ganz ehrlich: Wir stehen das ganze Jahr parat, damit Krankenhäuser funktionieren, Unis Hochqualifizierte hervorbringen können, der Müll recycelt wird und Feuer möglichst keinen Schaden anrichten. Wir reissen uns täglich den Arsch auf. Wir leisten gute Arbeit. Und das ist nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Anerkennung wert!

Am 18. Dezember beschließt die Bundestarifkommission die Forderungen an die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst der Länder. Bis dahin sollten wir uns überlegen, was wir wollen.

Gerade unter den Azubis und jungen Beschäftigten brauchen wir Diskussionen. Denn wenn wir uns nicht melden, werden wir auch nicht gehört.

Also, lest die ersten fünf Gebote auf unserer Startseite und dann „Arsch hoch“!