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Einigung in der 3. Runde

  • Foto: ver.di Jugend

Übernahme, mehr Urlaub und deutlich mehr Geld

Es gibt keinen Verhandlungsspielraum – das war der harte Kurs der Arbeitgeber-Seite im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst im Bund und den Kommunen. Doch über 100.000 Beschäftigte bei Warnstreiks und die vielen kreativen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen der ver.di Jugend zeigten ihre Wirkung: ver.di konnte ein gutes Verhandlungsergebnis erzielen.   

„Das Ergebnis erhöht deutlich die Reallöhne, stärkt die Kaufkraft und trägt dazu bei, den öffentlichen Dienst in Deutschland attraktiver zu machen“, sagte ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Bsirske nach Verhandlungsschluss.
 
„Die Einigung ist vor allem für die Auszubildenden ein richtig gutes Ergebnis“, so sieht es André Zeitler, Vorsitzender der ver.di Jugend, „wir haben zahlreiche Verbesserungen für die Jugend herausgeholt. Die Arbeitgeber wollten uns um unseren Teil vom Kuchen bringen, aber wir waren einfach unbequem. Das hat sich gelohnt und bleibt unser Rezept auch für die Zukunft.“

Für die Auszubildenden ging es bei den Verhandlungen vor allem um mehr Urlaub, die Ausbildungsqualität, eine bessere Zukunftssicherung nach der Ausbildung und einen Anschluss an die Ausbildungsvergütungen der Privatwirtschaft.

Deutlich mehr Geld auf dem Konto
In allen vier Bereichen konnten wir gemeinsam einiges herausholen. Auszubildende haben jetzt 29 Tage Urlaub pro Jahr und auch der Zusatzurlaubstag in der Pflege bleibt erhalten. Und es gibt mehr Geld: Auszubildende erhalten mit insgesamt 65 Euro mehr eine deutlich höhere Ausbildungsvergütung als bislang. Die Anhebung erfolgt in zwei Schritten: ab dem 1. März 2016 um 35 Euro und um weitere 30 Euro ab dem 1. Februar 2017.

„Damit bekommen Auszubildende wesentlich mehr als mit einer rein prozentualen Erhöhung“, so Zeitler weiter. Für die Beschäftigten ergibt sich eine echte Reallohnerhöhung, denn die Einkommen steigen ab dem 1. März 2016 um 2,4 Prozent und ab dem 1. Februar 2017 um weitere 2,35 Prozent.

Verbesserungen bei der Ausbildungsqualität
Erstmals erhalten Auszubildende Zuschüsse für Ausbildungsmittel. So gibt es in Zukunft 50 Euro (brutto) pro Jahr beispielsweise für Fachbücher und Gesetzestexte.
Diese Regelung gilt für alle Auszubildenden nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Auch Zusatzkosten wie Unterkunfts- und Verpflegungskosten für die Berufsschule müssen die Arbeitgeber aller BBiG-Berufe zukünftig übernehmen.

Zeitler erkennt in punkto Ausbildungsqualität noch Spielraum für Verbesserungen: „Wir wollten, dass die Regelungen zur Ausbildungsqualität auch für die Pflege gelten. Hier haben sich die Arbeitgeber aber komplett verweigert. Für uns gilt es daher in den kommenden Tarifrunden dran zu bleiben.“

Auch in Zukunft attraktiv – die Ausbildung im öffentlichen Dienst
Die bisherige unbefristete Übernahmeregelung wurde verlängert. Damit haben Auszubildende im öffentlichen Dienst nach ihrem Abschluss auch weiterhin eine Zukunftsperspektive und können die so wichtige Berufserfahrung sammeln.

Die Arbeitgeberversuche, in das Leistungsrecht bei der Zusatzversorgung einzugreifen, konnten wir gemeinsam abwehren. Das Einfrieren und Senken der Jahressonderzahlung kompensiert teilweise die neue Entgeltordnung, weshalb es nicht für Auszubildende gilt. Sie profitieren im Gegenteil nach ihrer Ausbildung von zum Teil deutlichen Verbesserungen ihrer Eingruppierung.
 
Stimmt ab!
Im Gegensatz zur anfänglichen Position der Arbeitgeber haben wir sehr viel erreicht“, freut sich Zeitler über das Ergebnis: „Dafür großen Dank, vor allem an die vielen Aktiven, die genügend Druck auf der Straße gemacht haben.“ Bis Ende Mai sind jetzt die Mitglieder gefragt.

Stimmt ab und entscheidet, ob auch ihr mit diesem Ergebnis zufrieden seid.