Für faire Tariflöhne im Bankgewerbe!

  • Foto: ver.di Finanzdienstleistungen

Arbeitgeber zielen auf Nullrunde statt auf Gehaltserhöhung für Beschäftigte

Nachdem auch aus der zweiten Verhandlungsrunde kein Arbeitgeberangebot hervorging, ruft ver.di zur Verschärfung der bundesweiten Warnstreiks und Aktionen auf. Die Banken verzeichnen wieder Gewinne und das ist vor allem der Verdienst der Beschäftigten. Wir fordern eine faire Beteiligung – helft mit!

John Cyran, neuer Chef der Deutschen Bank, argumentierte in einem Interview, „dass die Leute im Bankensektor zu viel verdienen… unsere Gehälter in den Backoffices sind zu hoch.“

Diese Einschätzung ist allerdings weit entfernt von der Realität der meisten Beschäftigten, die nicht von den Boni für die Branchenspitze profitieren. Im Vergleich mit Tarifbeschäftigten der Gesamtwirtschaft ist der Verdienst der Bankangestellten kaum gestiegen, oder besser: Der Reallohn ist immerhin nicht gesunken…

„Absolut inakzeptabel!“ – So nannte Christoph Meister, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer, das Verhalten der Arbeitgeberseite, die auch nach zwei Tarifrunden noch kein Angebot vorgelegt hat.

„Wir bemerken eine zunehmende Empörung vieler Bankbeschäftigter, die sich nicht damit abfinden wollen, dass ihre Gehaltsentwicklung von anderen Branchen oder von derjenigen der Kolleginnen und Kollegen in Sparkassen und Genossenschaftsbanken abgekoppelt wird.“

Als Reaktion darauf ruft ver.di vor der dritten Tarifrunde zu weiteren bundesweiten, kurzfristigen Warnstreiks auf. „Die Beschäftigten leisten jeden Tag gute Arbeit und werden eine Nullrunde nicht hinnehmen!“ Denn die würde darauf hinauslaufen, dass es für die gesamte Teilbranche keinen gültigen Tarifvertrag mehr gibt…

Das muss drin sein!
Die Forderungen für die aktuelle Tarifrunde haben die betroffenen Beschäftigten diskutiert, Anfang März wurden sie von der Bundestarifkommission wie folgt beschlossen:

  • 4,9 Prozent mehr Gehalt

Trotz niedriger Zinsen schreiben die meisten Banken wieder Gewinne. So hat sich beispielsweise die Commerzbank nach der Finanzkrise erfolgreich auf Privatkunden konzentriert und dadurch in 2015 über eine Milliarde Euro Gewinn erwirtschaftet.

Gleichzeitig wurden seit 2005 über 50.000 Stellen im Bankengewerbe abgebaut, die meisten bei den Großbanken. Dadurch steigen die Anforderungen an euch Angestellte – ihr als Beschäftigte bezahlt das mit Arbeitsverdichtung, immer neuen Umstrukturierungen und zunehmender Unsicherheit eures Arbeitsplatzes.

All das muss monetär ausgeglichen werden – 4,9 Prozent mehr sind also nur angemessen!

  • Gleiches Geld für gleiche Arbeit

Auch außertarifliche (AT) Gehälter und Regelungen müssen entsprechend steigen. Immer mehr Beschäftigte werden außertariflich entlohnt.

Doch bei ver.di habt ihr mit AT-Vertrag bis auf wenige Ausnahmen trotzdem Anspruch auf Leistungen aus dem Tarifvertrag – informiert euch!

  • Höhere Ausbildungsvergütung

Als Auszubildende verdient ihr so wenig, dass ihr von einer prozentualen Erhöhung der Vergütung so gut wie nichts habt.

Wir fordern deshalb 80 Euro mehr für euch, damit ihr steigende Mieten, Telefon, Internet und auch eure Fahrtickets sorgenfrei zahlen könnt!

  • Unbefristete Übernahme

Alle Auszubildenden sollen nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung übernommen werden – unbefristet und in Vollzeit!

  • Faire Regeln für Ältere

Der Altersteilzeittarifvertrag und die Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung (sogenannte 31-Stunden-Klausel) enden während der Laufzeit des neuen Tarifvertrages.

Sie müssen verlängert werden, denn: Der Altersteilzeittarifvertrag ermöglicht entsprechende Blockmodelle und die Öffnungsklausel gibt den betrieblichen Interessenvertretungen bei Umstrukturierungen und Beschäftigungsabbau eine zusätzliche Handlungsoption!

  • Vorruhestand bleibt unberührt

Das Arbeitsgericht Frankfurt hat unsere Sichtweise bestätigt und entschieden: Ansprüche auf Vorruhestand, die bis zum 30. April 2014 entstanden sind, müssen erfüllt werden!

Organize now: Jetzt seid ihr gefragt!
Um die Arbeitgeber endlich in Verhandlungsbereitschaft zu versetzen, tragen wir unsere Empörung und Proteste bundesweit in die Öffentlichkeit:

Genau so muss es weitergehen: Bleibt stur, bleibt kreativ, bleibt laut und holt eure Kolleginnen und Kollegen mit ins Boot!

Die Tariflöhne im Bankensektor müssen steigen, damit ihr als Beschäftigte nicht von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekoppelt werdet. Und es kann nicht sein, dass ihr für die Finanzmarktkrise oder für die Fehler und unlauteren Geschäftspraktiken des Managements zahlt (das nach wie vor hervorragend verdient).

Euch steht ein faires Gehalt zu, das euch an den Unternehmensgewinnen beteiligt. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen!

Ihr habt schon ordentlich Alarm gemacht? Dann postet Bilder und Infos zu euren Warnstreiks und Aktionen auf unserem Kampagnenblog – zur Inspiration für eure Kolleginnen und Kollegen!