Grundlagen der Tarifarbeit: Tarifverträge

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Tarifarbeit kann manchmal ziemlich verwirrend sein… Wir von der ver.di Jugend bringen Licht ins Dunkel und erklären euch die Grundlagen der Tarifarbeit. Im ersten Teil geht es um Tarifverträge: Was gibt es da eigentlich für verschiedene Vertragsarten? Hier im Überblick!

Tarifvertrag ist nicht gleich Tarifvertrag. Damit ihr den Durchblick behaltet, haben wir euch hier die wichtigsten vier verschiedenen Arten von Tarifverträgen kurz erklärt:

  • Lohn-, Gehalts- und Entgelttarifverträge

Sie bestimmen die Höhe der tariflichen Grundvergütung und zwar in Form von Lohn-, Gehalts- oder Entgelttabellen. Deswegen spricht man hier auch von Tabellenvergütung. Diese Verträge regeln in den meisten Fällen auch die Ausbildungsvergütungen. Die Laufzeit von Vergütungstarifverträgen umfasst meistens ein bis zwei Jahre.

  • Rahmentarifverträge

Rahmentarifverträge (kurz RTV) werden auch als Lohn- und Gehaltsrahmentarifverträge bezeichnet und legen die Lohn-, Gehalts- bzw. Entgeltgruppen fest. Vereinzelt wird die Lohn- und Gehaltsgruppeneinteilung auch über den Lohn- und Gehaltstarifvertrag geregelt.

In Rahmentarifverträgen werden Eingruppierungsmerkmale festgelegt – also die Tätigkeiten, die man ausüben muss, um in eine bestimmte Entgeltgruppe zu kommen. Die Laufzeit von RTV beträgt üblicherweise mehrere Jahre.

  • Manteltarifverträge

Sie sind sehr umfangreich und enthalten Vorgaben zu sonstigen Arbeitsbedingungen, also beispielsweise die Einstellungs- und Kündigungsbestimmungen, Regelungen zu Arbeitszeiten, Erholungs- und Sonderurlaub oder vorübergehenden Freistellungen, zu den Zuschlägen für Mehr-, Nacht- und Schichtarbeit und zum Kündigungsschutz.

Die Laufzeit von Manteltarifverträgen ist meistens dieselbe wie bei Rahmentarifverträgen. Häufig werden allerdings abweichende Kündigungsfristen zu einzelnen Regelungen vereinbart, beispielsweise zu Arbeitszeiten oder zum Urlaub.

  • Sonstige Tarifverträge

Zu einzelnen Bestimmungen, die üblicherweise im Manteltarifvertrag geregelt werden, werden häufig gesonderte Tarifverträge abgeschlossen. Beispiele dafür sind abweichende Tarifverträge zu Urlaub und Urlaubsgeld, zu Arbeitszeitregelungen, vermögenswirksamen Leistungen oder Jahressonderzahlungen, zu Qualifizierung, Vorruhestand oder Frauenförderung und vielen anderen Aspekten des Arbeitsalltags.

Wichtig sind dabei auch Abkommen zur Absicherung und zum Schutz vor Rationalisierungen: Wenn Personal abgebaut werden soll, stehen nämlich häufig Versetzungen und Umschulungen auf dem Plan und es kommt leider auch unvermeidbar zu Kündigungen. In solchen Fällen ist dann der Arbeitgeber über die Regelungen des gesonderten Tarifvertrags dazu verpflichtet, Abfindungen an die betroffenen Beschäftigten zu zahlen.

Noch Fragen? Wir stehen euch gerne beratend zur Seite – schickt einfach eine E-Mail an jugend@verdi.de oder wendet euch an eure Jugendsekretär_innen vor Ort!