Wir machen Tarif: Startklar im öffentlichen Dienst der Länder!

  • Foto: Kay Herschelmann

Im öffentlichen Dienst der Länder liegen die Karten auf dem Tisch: Am 18. Dezember 2014 hat die Bundestarifkommission von ver.di ihre Forderungen für die kommende Tarifrunde 2015 beschlossen. Die zentralen Zielvorgaben der Jugend: Verbindliche Übernahme, mehr Urlaub sowie höhere Ausbildungsvergütungen und Löhne.

Status Quo im öffentlichen Dienst der Bundesländer: In den nächsten zehn Jahren scheiden 20 bis 25 Prozent der Beschäftigten altersbedingt aus. Und der Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um gute Arbeitskräfte ist hart. Hier können die Länder nur mit guten Arbeits- und Einkommensbedingungen punkten.

Entsprechend wurden am gestrigen Donnerstag, den 18. Dezember 2014, die Forderungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder festgezurrt:

  • 30 Tage Urlaub für alle
  • Verbindliche und unbefristete Übernahme der Auszubildenden
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro
  • Erhöhung der Entgelte der Beschäftigten um 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro

Gleicher Urlaub für alle!
Für Beschäftigte gilt: Alle werden gleich behandelt, unabhängig von Alter und Tarifvertrag. Genau dasselbe muss auch für Auszubildende gelten – und auch für ihren Urlaubsanspruch.

Eine Ausbildung ist schließlich kein Ferienlager, theoretische Lerninhalte in der Berufsschule und praktische Anforderungen im Betrieb fressen eine Menge Zeit – häufig mehr als nur die regulären Berufsschulzeiten. Und auch Auszubildende brauchen ausreichend Zeit zur Erholung und Regeneration. Zwei bis drei Urlaubstage weniger sind hier also inakzeptabel.

Als schöner Nebeneffekt werden die Länder dadurch wettbewerbsfähiger, denn ein höherer tariflicher Urlaubsanspruch steigert auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber und Ausbilder. Und der Krankenstand sinkt, denn gut erholte Beschäftigte fallen seltener aus.

Für Auszubildende bei Bund und Kommunen konnten wir in der Tarifrunde 2014 den Urlaubsanspruch für Auszubildende bereits auf 28 Tage steigern. 2015 wollen wir bei den Ländern endlich einen Gleichstand: 30 Tage Urlaub – für alle!

Übernahme – unbefristet!
Auszubildende, aber auch Beschäftigte und Arbeitgeber brauchen sichere Zukunftsaussichten – und eine verbindliche Übernahme schafft solche Perspektiven!

Deswegen fordern wir eine tariflich verankerte und eindeutig formulierte Übernahmeregelung. Auszubildende brauchen schließlich eine faire Chance, die notwendige Berufserfahrung zu sammeln, die heutzutage fast überall gefordert wird.

Und auch die anderen Beschäftigten profitieren von einer verbindlichen Übernahme: Im öffentlichen Dienst sind nicht nur Überalterung, sondern auch ein erhöhtes Arbeitsaufkommen auf dem Vormarsch. Frei werdende Stellen bleiben oft frei und werden nicht nachbesetzt. Diese Lücke kann eine verbindliche Übernahme von Auszubildenden schließen und damit die Kolleginnen und Kollegen entlasten.

Nicht zuletzt sichert die Übernahme auch den Nachschub qualifizierter Fachkräfte, die langfristige Personalplanung – kurz gesagt: die Zukunft des öffentlichen Dienstes!

100 Euro mehr in der Ausbildung!
Alles wird teurer, selbstredend auch für Auszubildende. Sie haben sogar ein paar zusätzliche Posten zu bestreiten, wie zum Beispiel Fachliteratur oder die Kosten für eine eigene Unterkunft, wenn der Ausbildungsplatz zu weit entfernt vom Elternhaus liegt (und das ist bei über der Hälfte aller Auszubildenden der Fall).

Und auch Computer, Internet oder die Fahrt zur Dienststelle bzw. Berufsschule produzieren laufende Ausgaben – alles in allem ein ziemlicher Brocken bei der ohnehin dünnen Finanzdecke während der Ausbildung!

Im Übrigen besteht ab 01. März 2015 bei der Ausbildungsvergütung ein deutlicher Unterschied zum TVAöD. Hier müssen wir aufschließen und fordern daher 100 € mehr für Auszubildende – und des Weiteren auch eine Entgeltsteigerung für Beschäftigte um 5,5 Prozent, mindestens aber um 175 Euro.

Kostensteigerungen betreffen nun mal uns alle – und Auszubildende und Beschäftigte sind ihr Geld wert!

Wir schaffen das – gemeinsam stark!
Tarifergebnisse fallen nicht vom Himmel, sondern können immer nur so gut sein wie die Durchsetzungsfähigkeit der Belegschaften.

Das bedeutet für euch: Setzt euch in Bewegung. Jetzt! Es geht um eure Zukunft und ihr könnt sie mitbestimmen. Auch jetzt!

Wir wollen gemeinsam mit euch unseren Forderungskatalog durchsetzen und dafür sind zwei Dinge erfolgsentscheidend:

  1. Druck erhöhen, laut und kreativ, um unseren Zielen den nötigen Nachdruck zu verleihen.
  2. Das funktioniert umso besser, je mehr wir sind.

Also, Leute: Schnappt euch eure Kolleginnen und Kollegen und lasst uns zusammen für unsere Ziele kämpfen! Beteiligt euch an den kommenden Aktionen und Warnstreiks bei den Tarifrunden 2015 im öffentlichen Dienst der Länder!

Ob Auszubildende, Arbeiter_innen, Angestellte oder Beamt_innen – ihr alle könnt euren Teil für ein gutes Tarifergebnis und bessere Perspektiven beitragen. Denn gerade in Tarifrunden zeigt sich ganz deutlich: Gemeinsam sind wir stark!

Die wichtigsten Fakten für die Jugend zur Tarifrunde 2015 der Länder gibt es auch kompakt als PDF.

Noch Fragen? Antworten bekommt ihr von euren zuständigen Jugendsekretär_innen vor Ort. Oder ihr schreibt uns einfach eine E-Mail an jugend@verdi.de.

Auf eine bunte und schlagkräftige Tarifrunde – wir sehen uns!